Jahresbericht 2025
Das Jahr in Geschichten und Zahlen: So haben wir 2025 gewirkt.
Editorial
Gesundheit entsteht nicht zufällig. Sie wird geprägt durch individuelle Lebensumstände ebenso wie durch gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Bildungszugänge, Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit sowie die Ausgestaltung und Zugänglichkeit von Unterstützungsangeboten beeinflussen, wie gesund Menschen leben können. Diese Faktoren und ihr Zusammenspiel haben die Arbeit der Berner Gesundheit auch im Jahr 2025 wesentlich geprägt.
Der Bedarf an Unterstützung bleibt hoch und verändert sich. In der Suchtberatung und -therapie ist das Leistungsvolumen erneut gestiegen. Alkohol bleibt das dominante Beratungsthema bei den Substanzen. Gleichzeitig gewinnen psychische Belastungen, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Verhaltenssüchte sowie der Medikamentenkonsum an Bedeutung. Diese Entwicklungen spiegeln eine Gesellschaft wider, die unter zunehmendem Druck steht. Beschleunigte Lebensrealitäten, digitale Herausforderungen und psychosoziale Belastungen wirken sich direkt auf die Gesundheit aus.
Auch in der Gesundheitsförderung und Prävention bleibt die Nachfrage hoch. Thematisch rücken psychische Gesundheit und digitale Medien stärker in den Fokus. Schulen sind dabei der zentrale Wirkungsort für frühe Unterstützung. Die Sexualpädagogik konnte ihre Reichweite weiter ausbauen und zeigt, wie wichtig zeitgemässe Bildungsangebote zu Beziehung, Liebe und sexueller Gesundheit sind.
In Prävention investieren senkt Kosten
Diese Entwicklungen finden unter anspruchsvollen finanziellen Bedingungen statt. Enge Kantonsbudgets, Sparentscheide des Bundes und anhaltender Kostendruck schränken den Handlungsspielraum ein. Dabei ist belegt, dass Prävention auch finanziell wirkt. Suchtprobleme verursachen jährlich rund 8 Milliarden Franken an Kosten, die zu einem grossen Teil von den Prämienzahlenden getragen werden. Wer nachhaltig sparen will, muss in Prävention investieren. Alles andere verschiebt Kosten in die Zukunft.
Der Regierungsrat anerkennt die Bedeutung präventiver Massnahmen und stellt fest, dass die Mittel im Rahmenkredit 2024 bis 2027 «vergleichsweise knapp bemessen» sind. In der neuen Teilstrategie Gesundheitsförderung und Prävention fehlt jedoch eine klare Perspektive für eine nachhaltige Stärkung. Auch die Sparmassnahmen auf Bundesebene zeigen, dass im Bereich Prävention und Suchthilfe gespart statt investiert wird.
Qualität erfordert Expertise und Bedarfsorientierung
Die Berner Gesundheit setzt bewusst auf niederschwellige Zugänge, Entstigmatisierung und Nähe zu den Lebenswelten der Menschen. Fachliche Qualität, wissenschaftliche Evidenz und pragmatische Lösungen müssen zusammenwirken: in Schulen, Gemeinden, Betrieben und Beratungsstellen. Diese Haltung prägt auch das 2025 verabschiedete Leitbild.
Wir richten unsere Angebote an den tatsächlichen Anliegen und Bedürfnissen der Bevölkerung aus. Eine bedarfsorientierte Angebotsplanung verlangt gut qualifizierte Fachpersonen mit fundierter Expertise, die wirkungsorientiert arbeiten können. Übermässige betriebswirtschaftliche Operationalisierung gefährdet genau das: Sie reduziert Prävention auf Kennzahlen und verfehlt den tatsächlichen Bedarf.
Unser Dank gilt unseren Mitarbeitenden. Ihr Engagement, ihre Fachkompetenz und ihre Beziehungsarbeit sind die Grundlage dafür, dass Unterstützung wirksam wird.
Der Jahresbericht 2025 zeigt, wie wir diesen Auftrag umsetzen: bedarfsgerecht, verantwortungsvoll und in Zusammenarbeit mit unseren Partner:innen. Gemeinsam tragen wir dazu bei, die Gesundheit der Bevölkerung im Kanton Bern nachhaltig zu stärken.


Rolf Birchler, Geschäftsführer
Cécile Wendling, Stiftungsratspräsidentin
Neues Leitbild 2025
Gesund aufwachsen, gesund bleiben und gesund werden: Dafür setzt sich die Berner Gesundheit ein. Über 100 Mitarbeitende in 4 Zentren und an 15 Standorten unterstützen die Bevölkerung auf Deutsch und Französisch mit niederschwelligen Angeboten zu Gesundheitsförderung, Prävention, Sexualpädagogik sowie Suchtberatung und ‑therapie. Die Stiftung arbeitet im Auftrag des Kantons Bern und ist politisch und konfessionell unabhängig.

Vision
Eine inklusive Gesellschaft, die allen Menschen die Grundlagen bietet, ein Leben in persönlichem und kollektivem Wohlbefinden zu gestalten.
Mission
Wir unterstützen Menschen mit niederschwelligen Angeboten zu Prävention, Suchtberatung und Aufklärung, gesund aufzuwachsen, gesund zu bleiben oder gesund zu werden und setzen uns für gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen ein.
Werte
Professionalität & Qualität
Evidenzbasierung, Fach- und Methodenkompetenz.
Als Fachinstitution erwarten wir professionelles Handeln und qualitativ hochstehende Angebote – von uns und von anderen.
Bedarfsorientierung
Innovation, Flexibilität, Ressourcenorientierung.
Wir richten unsere Angebote nach dem Bedarf, sind innovativ und können uns rasch und effizient anpassen.
Mensch & System
Empowerment.
Der Mensch und sein Umfeld stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Niederschwelligkeit
Chancengleichheit.
Alle Anspruchsgruppen haben unkomplizierten Zugang zu unseren Angeboten.
Verantwortung
Im Dialog: Individuum und Kollektiv.
Durch unseren Auftrag übernehmen wir Verantwortung gegenüber Individuen und Gruppen. Wir bringen uns in den öffentlichen Diskurs ein.
Vielfalt & Inklusion
Politische und konfessionelle Unabhängigkeit.
Wir achten auf Vielfalt und streben nach Inklusion. Wir sind politisch und konfessionell unabhängig.
Partnerschaft & Gemeinsamkeit
Inter- und Transdisziplinarität, Partizipation.
Wir verstehen uns als Teil eines Netzwerkes und streben Kooperationen an.
Transparenz
Wir machen die Zusammenarbeit mit Auftraggebenden und anderen Akteur:innen sichtbar.
Zahlen & Fakten
Beratung und Therapie
Nach Thema
Nach Beratungsthema
(Gaming / Social Media)
Nach Art
Nach Thema
Nach Art
Nach Setting
Sexualpädagogische Gruppengespräche
Finanzen 2025
Finanzielle Aufteilung des Gesamtaufwands
Bilanz
Betriebsrechnung
(Zuweisung an Organisationskapital)
Gesundheit ist kein Zufall: Appell für kluge Präventionspolitik
Kein Mensch ist weder «nur gesund» noch «völlig krank». Gesundheit und Krankheit sind zwei Pole eines Kontinuums, zwischen denen sich jeder Mensch bewegt. Ein günstiges Verhältnis zwischen Schutz- und Risikofaktoren ist essenziell.
Äussere Einflüsse – die sogenannten Gesundheitsdeterminanten– wirken sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene, wobei letztere oft massgeblich ist. Sie bildet gewissermassen die «Ursache der Ursachen». Hier ist die Politik in der Verantwortung: Entscheidungsträger:innen aus allen politischen Bereichen – Gesundheit, Umwelt, Soziales, Bildung, Wirtschaft, und Raumplanung – müssen aktiv dazu beitragen, dass wir alle gesund zusammenleben können. Eine nachhaltige und erfolgreiche Gesundheitsstrategie berücksichtigt diese Faktoren.
Ein Wort zu den Kosten: Massnahmen in der Früherkennung und Frühintervention sowie auf der strukturellen Ebene sind generell kosteneffizienter und wirksamer als spätere Interventionen nach dem Eintritt einer Erkrankung oder eines Schadens. Prävention erfordert einen langen Atem. Die positiven Effekte zeigen sich häufig erst über mehrere Legislaturperioden hinweg. Genau hier ist politischer Weitblick gefragt: Wer heute in gesunde Rahmenbedingungen investiert, schafft die Grundlage für eine gesündere Gesellschaft von morgen. Und auch wenn der unmittelbare Nutzen nicht sofort sichtbar ist – spätestens die Nachkommen der Wähler:innen werden es danken.
Christian Ryser, Geschäftsführer
Berner Gesundheit

Vision
Eine inklusive Gesellschaft, die allen Menschen die Grundlagen bietet, ein Leben in persönlichem und kollektivem Wohlbefinden zu gestalten.
Mission
Wir unterstützen Menschen mit niederschwelligen Angeboten zu Prävention, Suchtberatung und Aufklärung, gesund aufzuwachsen, gesund zu bleiben oder gesund zu werden und setzen uns für gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen ein.
Credo
Stiftungsrat 2025






Geschäftsleitung 2025




Mitarbeitende
Anzahl
Mitarbeitende 2025
96
Nach Region
Nach Alter
Nach Erstsprache
Weiteres
Pinnwand
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